Die Bande der Solidarität stärken

Resolution 2012

Allgemeine Erklärung der Generalversammlung 2012

  1. Die Generalversammlung der IONA möchte in ihrer Jahresversammlung 2012 in Sao Paulo (Brasilien) mit Nachdruck hervorheben und beschließt, dass sie in diesem Jahr die Entwicklung ihrer drei Grundpfeiler, nämlich der Philosophie, der Kultur und der Voluntariatstätigkeit, weiterführen wird:

    Im Bewusstsein der Notwendigkeit, die Bande der Solidarität zu stärken, hält es die Generalversammlung der IONA für offensichtlich, dass die Philosophie ein Weg der Bewusstmachung ist, der den Menschen den Zugang zum Verständnis der menschlichen Lebensumstände ermöglicht; dass die Kultur die Annäherung an die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Wissens der verschiedenen Völker verstärkt, die unseren Planeten bereichern; und dass die Voluntariatstätigkeit sich als wertvolle Form des sozialen Engagements bewährt, die uns zur Nächstenliebe führt, als ein praktischer Weg, ein höheres Niveau von Hilfe zu erreichen, um Programme zu entwickeln, die den Dialog und das Zusammenleben fördern.


    Sie empfiehlt allen der IONA angeschlossenen Gruppen von Neue Akropolis, ihre Aktivitäten in diesen drei Bereichen der Philosophie, der Kultur und der Freiwilligenarbeit wie bisher zu intensivieren, diese Handlungsmethoden aber zu verstärken angesichts der aktuellen Krise, die den Planeten in globalem Ausmaß zerstört und in der diese drei Arten humanitären Einsatzes helfen können, das Leid, das die Krise verursacht, zu lindern.

  2. Wie wir schon bei früheren Gelegenheiten aufgezeigt haben, stellt die Generalversammlung der IONA fest, dass die wirtschaftliche und soziale Krise, welche die internationale Gemeinschaft auf alarmierende Weise durchdringt, ihren tieferen Ursprung in der Krise der moralischen und ethischen Werte hat.

    Im Bewusstsein, dass den von der Organisation der Vereinten Nationen erarbeiteten Berichten zufolge eine Krise von globaler Dimension den Planeten erfasst und die großen Banken und die großen Unternehmen ins Wanken bringt, was verheerende Auswirkungen auf die Bürger des ganzen Planeten hat, indem die Lebenshaltungskosten steigen, Arbeitsplätze vernichtet werden und Armut ensteht, ohne dass sich auf absehbare Zeit ein Ausweg abzuzeichnen scheint,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA, sich zu vergegenwärtigen, dass die Wurzel dieses wirtschaftlichen und sozialen Mangels, den unsere Gesellschaft erleidet, ihre Ursachen sehr wahrscheinlich im Verlust des Respekts gegenüber den moralischen und ethischen Werten in den letzten Jahren hat und dass dies der Korruption bei Führungspersonen in Politik und Wirtschaft Tür und Tor geöffnet hat. Daher ist es dringend notwendig, die grundlegendsten Werte zurück zu gewinne, nämlich diejenigen, die dem Konzept der menschlichen Würde zu Grunde liegen und welche die IONA in den verschiedenen Ländern, wo sie ihre philosophische Arbeit durchführt, in Vorträgen und öffentlichen Aktivitäten fördern kann, die dazu beitragen, die Notwendigkeit einer moralischen Aufrüstung auf der ganzen Welt bewusst zu machen.

  3. Angesichts der Bedeutung des Jahrbuchs, das jedes Jahr international veröf-fentlicht wird, da durch seine Vermittlung die beispielhafte Arbeit an moralischen Werten und Solidarität, welche die IONA in mehr als fünfzig Ländern der Welt leistet, für die internationale Gemeinschaft ersichtlich wird,

    im Bewusstsein, dass im Laufe von mehr als zehn Jahren die Veröffentlichung des Jahrbuchs der Aktivitäten der IONA zu einer internationalen Referenz unserer philosophischen, kulturellen und ehrenamtlichen Arbeit geworden ist, und dass die Verantwortlichen der verschiedenen Länder, in denen wir unsere Tätigkeit durchführen, bei zahlreichen Gelegenheiten um unsere Unterstützung und Mitarbeit gebeten haben,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA, die Veröffentlichung und Verbreitung desselben sowohl in gedruckter als auch in digitaler Version fortzuführen, um weiterhin Werte zu fördern, unter Berücksichtigung der Bedeutung der internationalen Homepage der IONA und der offiziellen Internetseiten der einzelnen angeschlossenen Vereinigungen.

  4. Angesichts der Tatsache, dass die UNESCO den so genannten "Internationalen Tag der Philosophie" im Monat November eingeführt hat, mit bedeutenden Rück-wirkungen in den verschiedenen Mitgliedsländern dieser Organisation, und dass sie empfiehlt, diesen Tag im Rahmen der Zivilgesellschaft zu begehen,

    im Bewusstsein, dass die IONA seit mehreren Jahren eine enorme Arbeit in diesem Sinne leistet, indem sie in den Ländern, in denen ihre Abteilungen tätig sind, jeweils im Monat November spezielle Aktivitäten zum Internationalen Tag der Philosophie organisiert, die vor Ort und international großen Anklang finden,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA, diese wichtige Arbeit der Verbreitung philosophischer Werte weiterzuführen und dabei zu bedenken, dass die philosophische Erkenntnis, im Sinn einer "Kunst zu leben", eine der grundlegenden Säulen der Aktivitäten der IONA ist sowie ein Weg, den Aufruf des "Erkenne dich selbst" aus den Lehren der Klassiker zu unterstützen.

  5. In Anbetracht der Tatsache, dass im Rahmen der von den verschiedenen Mit-gliedern der IONA durchgeführten internationalen Aktivitäten die Zusammenarbeit mit internationalen, nationalen und lokalen Organisationen und Vereinigungen eine wichtige Arbeit darstellt,

    im Bewusstsein der Wichtigkeit der in diesem Sinne von der IONA durchgeführten Aktivitäten, insbesondere der vom Dezember 2011, als die IONA im Rahmen des zehnten Jahrestages der "Carta Democrática Interamericana" vor dem Ständigen Rat der Organi-sation Amerikanischer Staaten (OEA) ihre Empfehlungen für eine Stärkung der Demo-kratischen Kultur im ganzen amerikanischen Kontinent vortrug; und unter Berücksichti-gung der Tatsache, dass die IONA in zwanzig der fünfunddreißig Mitgliedsländer der Organisation Amerikanischer Staaten vertreten und als Organisation der Zivilgesellschaft bei der OEA in Chile registriert ist,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA, diese wichtige Arbeit nicht nur auf regionaler Ebene im Rahmen der Organisation Amerikanischer Staaten weiterzuführen, sondern sie auch auf den Bereich der Organisation der Vereinten Nationen auszuweiten, wo die IONA den Dialog der Zivilgesellschaft und das Zusammenleben der Bürger vertiefen kann.

  6. Angesichts der Tatsache, dass die Weltbevölkerung von sechs Milliarden Menschen im Jahr 2000 auf sieben Milliarden Menschen am Jahresende 2011 gewachsen ist und dass dieses exponentielle Wachstum die Ernährung und Absicherung der Menschen immer schwieriger macht,

    im Bewusstsein, dass die Zonen der höchsten Bevölkerungsdichte sich vor allem in den Entwicklungsländern konzentrieren, wo Armut und Hunger typische, immer wieder-kehrende Übel sind,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA den ihr angegliederten Vereinigungen, ihre Arbeit der sozialen Hilfe und Unterstützung für die am meisten benachteiligten Bevölke-rungsgruppen zu verstärken, um die großen Ungleichheiten zu mindern, die das Umfeld, in dem sie arbeiten, zerstören, und dabei die Kriterien der Subsidiarität anzuwenden, auf deren Grundlage die für die jeweilige Vereinigung unmittelbarsten sozialen Bedürfnisse befriedigt werden können, unter Berücksichtigung des Vorteils, dass die Aktivitäten der IONA in mehr als fünfzig Ländern durchgeführt werden, die in verschiedenen Kontinenten verteilt sind.

  7. In Erinnerung an die furchtbare Naturkatastrophe, die im März 2011 Japan mit dem doppelten Effekt eines Erdbebens und eines Tsunamis heimsuchte und die in wenigen Stunden einen großen Teil des Nordwestens des Landes verwüstete und infolgedessen einen Austritt radioaktiver Strahlung im Atomkraftwerk von Fukushima verursachte,

    im Bewusstsein der Notwendigkeit, im Rahmen des Möglichen diese Art von Natur-katastrophen vorauszusehen, die von Tag zu Tag auf dem ganzen Planeten immer offen-sichtlicher werden, was uns die Zerbrechlichkeit unserer Umwelt vor Augen führt,

    empfiehlt die Generalversammlung der IONA, in allen Niederlassungen von Neue Akropolis die Schutz- und Sicherheitssysteme für solche Ereignisse im Bewusstsein zu behalten und in regelmäßigen Abständen Simulationsübungen zur Evakuierung durchzuführen, um für diese Notfälle wachsam zu sein, und außerdem mit anderen Organisationen zusammenzuarbeiten, um in den Orten, wo unsere Sitze tätig sind, ein Netzwerk für den Schutz der Bevölkerung zu schaffen.

  8. In Anbetracht der Tatsache, dass die UNESCO das Jahr 2012 zum Internationalen Jahr des Lesens erklärt hat, erscheint es besonders angebracht, die Kunst des Lesens in den verschiedenen Bevölkerungsschichten zu fördern.

    im Bewusstsein, dass durch das Lesen und die kulturelle Betätigung die Völker zu besseren und höheren Graden des bürgerlichen und menschlichen Bewusstseins gelangen,

    empfiehlt die Generalversammlung die Förderung des Lesens in den verschiedenen der IONA angeschlossenen Ländern und die Schaffung von "Leseclubs", um die wunderbaren Bibliotheken unserer Sitze zu nutzen, die so als Anreiz zur Erkenntnis dienen und  darüberhinaus praktischen und sozialen Nutzen erhalten.