Für eine „Renaissance“ der moralischen und spirituellen Werte

Resolution 2005

In der Generalversammlung der Internationalen Organisation Neue Akropolis (IONA) in L´Aquila, Italien, wurde am 24. März 2005 folgende Resolution verabschiedet:

  1. Die Generalversammlung der IONA:
    bringt ihre Sorge angesichts der Naturkatastrophen zum Ausdruck, die im Laufe dieses Jahres in verschiedenen Gebieten unseres Planeten stattgefunden haben, insbesondere im Hinblick auf die Tsunamis, die Südostasien verwüstet haben oder die Kältewellen in Nordeuropa, die Hunderte Tote gefordert haben.

    Deshalb empfiehlt die Generalversammlung der IONA ihren anwesenden nationalen Delegationen:

    1. Aktivitäten zu entwickeln, die der fortschreitenden Klimaveränderung Rechnung tragen und Aufklärungskampagnen über die Notwendigkeit des ökologischen Gleichgewichts zu fördern, um zukünftigen Generationen einen bewohnbaren Planet zu hinterlassen.

    2. Eine Zusammenarbeit mit anderen Organisationen mit ökologischem oder humanitärem Charakter, um – soweit es möglich ist – immer dann, wenn eine Naturkatastrophe einen bestimmte Region der Erde betrifft, das betroffene Gebiet aufzusuchen oder de notwendige humanitäre Hilfe zu entsenden, um das Leid der betroffenen Bevölkerung, die meist auch sozial und ökonomisch sehr schwach ist, zu lindern.

  2. Wie schon in der Resolution 2004 der IONA,
    brachte die Generalversammlung erneut ihre Besorgnis angesichts des Prozesses des fortschreitenden „Mittelalters“ zum Ausdruck, das sich inmitten unserer aktuellen Gesellschaft entwickelt. Die deutlichsten Symptome sind das Fehlen von Werten – nicht nur transzendenter, sondern auch alltäglicher. Dies bringt eine Gesellschaft hervor, in der Menschen sich wie „Wölfe“ begegnen (homo homini lupus) – wie Hobbes sagte. Dem muss durch die Idee Senecas entgegengewirkt werden: „der Mensch ist dem Menschen heilig“ (homo sacra res homini). Die Unsicherheit in den Städten, das Fehlen von sozialer Solidarität, die Gleichgültigkeit angesichts fremden Leids, der materialistische Egoismus, die Konsumsucht, die tägliche Gewalt, die sich in den Kommunikationsmedien niederschlägt – das alles sind nur einige der Symptome einer kranken Gesellschaft, die ins Mittelalter eintritt.

    Deshalb weist die Generalversammlung noch einmal auf den Bericht der Internationale Direktorin hin, den sie dem Europäischen Kongress der IONA im Dezember 2004 in Alicante vorgelegt hat. Hier wird – angesichts dieses psychologischen Verfalls, von dem ein großer Teil der aktuellen Gesellschaft betroffen ist – auf die Notwendigkeit einer sozialen Wachsamkeit hingewiesen. Wie sie damals aufzeigte, sind „mittelalterliche Denkstrukturen“ zu erkennen, die einen Prozess der Zersplitterung hervorrufen, wodurch sich die Individuen im Rahmen von städtischen Strukturen, Sekten und religiösem Fundamentalismus abgrenzen. So entsteht sozialer und psychologischer Separatismus, was Hass, Gewalt und Kriege mit sich bringt. Angesicht dessen empfiehlt sie, mit Intensität zugunsten einer „Renaissance“ moralischer und spiritueller Werte zu arbeiten. Das Ziel ist es, nicht nur diese Werte zu bewahren sondern vor allem, sie den kommenden Generationen zu übermitteln. Durch eine philosophische Haltung dem Leben gegenüber kann man einen Grundkatalog von Werten entwickeln, die auf Solidarität, Toleranz, Freiheit des Geistes und des Glaubens und dem Gefühl der Unabhängigkeit basieren. Das Ziel ist es, von dem moralischen und ethischen Verfall dieser Zeiten nicht mitgerissen zu werden, der u.a. durch Hoffnungslosigkeit der Jugendlichen hinsichtlich ihrer Zukunft, gekennzeichnet ist.

  3. Die Generalsversammlung der IONA
    möchte ihrer Zufriedenheit Ausdruck verleihen angesichts der verschiedenen Aktivitäten, die von den nationalen Delegationen im Jahre 2004 im Rahmen der sozialen Aktionen, der Toleranz, der Bekämpfung der Diskriminierung und der Freiheit des Geistes durchgeführt wurden.

    Sie deklariert, dass die Menschheit die „Heiligkeit“ („Sakralität“) des Menschen nicht vergessen darf. Deshalb empfiehlt sie den anwesenden Delegationen, im Rahmen ihrer verschiedenen Tätigkeiten fortzufahren, an einem Bewusstseinsprozess mitzuwirken, der den Respekt verschiedenen Religionen, Ethnien, sozialen Schichten oder den verschiedenen Geschlechtern gegenüber fördern soll.

    erinnert auch daran, dass die Grundsätze und Statuten der IONA in ihrem ersten Punkt die Notwendigkeit, einer Brüderlichkeit unter den Menschen ohne Unterschied des Glaubens, der Rasse, des Geschlechts oder der sozialen Herkunft fördern, um eine gerechtere und solidarischere Gesellschaft und internationale Gemeinschaft zu fördern – wie man es auch in der Charta der Vereinten Nationen finden kann.

  4. Die Generalversammlung der IONA
    beteiligt sich mit ihrer Deklaration des Jahres 2005 am Vorschlag des Europarates, das Jahr 2005 als „Europäisches Jahr des Bürgertums durch die Erziehung“. Das Ziel ist es, in Europa eine Kampagne der Verbreitung von Erziehungsprogrammen zu lancieren. Man hofft, dass eine Erziehung, die auf der Förderung moralischer Werte, der Menschenrechte, der Toleranz und des kulturellen Pluralismus beruht, eine Umkehr in Europa hervorrufen könnten.

    Man macht darauf aufmerksam, dass im April 2005 in Warschau (Polen) eine Konferenz über die Rolle der NROs (Nicht-Regierungs-Organisationen) im Sektor Erziehung zu einer bürgerlichen Demokratie stattfindet. Den versammelten nationalen Delegationen von Europa wird empfohlen, an diesem Vorschlag mitzuwirken und das vom Europarat begonnene Projekt zu fördern, da einige der grundlegenden Prinzipien der IONA die Förderung der Erziehung der Menschen ist.