TRANSformers - Erwarte das Unerwartete!

Transformers

Freitag Nacht, nicht bei einer Party oder auf der Couch, sondern bei Transformers, irgendwo in der fränkischen Schweiz an einem dunklen Parkplatz.
Ich treffe die anderen Abenteurer, und weiß nur, dieses WE verbringe ich in der Natur, Tag und Nacht, und esse das, was ich selbst mitnehme.

Mit Karte und ohne Google Maps sollen wir eine Höhle finden, und das in der Dunkelheit. In Teams brechen wir auf, finden den Ort nach vielen Umwegen und gehen hinein in die Eingeweide von Gaia, der griechischen Erdmutter, so erfahre ich. Ein Adler schaut spöttisch von der Höhlendecke herab auf uns. Die Neugeburt des Phönix ist das Motto des Wochenendes, und irgendwie soll der Feuervogel auch in mir aufsteigen, da bleib ich erst Mal skeptisch. Unter einem klaren Sternenhimmel wandern wir zum Lagerplatz, eine weitere Durchgangshöhle. Hier können wir um ein wärmendes Feuer sitzen und ein paar Stunden schlafen.

Mit der aufgehenden Sonne besteigen wir den Adlerstein, ein Aussichtsfelsen.

Was lasse ich zurück in der Höhle? Was verleiht mir die Kraft nach oben zu steigen? Schnell merke ich, dass Geist, Psyche und mein Körper zusammenhängen; kaum geschlafen, Muskeln müde und doch bin ich geistig hellwach, innerlich aktiv.

An einem Fluß gibt’s Kühlung wir heiß gelaufene Füße und angespannte Gedanken. Wir lernen Erste-Hilfe-Techniken. Wieso verstehe ich erst später. Gleich geht’s weiter ins nächste Dorf, unsere Wasserflaschen aufzufüllen. Fremde Leute ansprechen, um etwas bitten und dann noch ein Gesang vortragen. Unfreundliche Menschen gibt es nur in meinem Kopf, die echten Menschen sind höflich und freuen sich über unseren Besuch.

Abends begehen wir eine neue Höhle, erkunden diese feuchte und bizarre Kathedrale der Erde. „Alarm“ ruft jemand, „Leute verschwunden!“. Eine weitere Aufgabe wartet auf uns, zwei Verletzte suchen und bergen. Im unruhigen Schein der wirbelnden Stirnlampen finden wir sie, und mit gerade gelernter Erstversorgung und Bergetechniken tragen wir sie hinaus, überwinden rutschige Pfade und riesige Steinungetüme. Völlig aus der Puste, doch glücklich helfen zu können. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das schaffe!

Diesmal im Wald schlagen wir unser Nachlager auf, Felsen beschützen uns wie in einem Amphitheater und über uns rascheln die Sterne im Gesang des Phönix. Sich selbst überwinden, aus der Komfortzone treten, mich besser verstehen und neue Freunde gewinnen. Das gibt mir Sinn.

So könnte es ein Teilnehmer miterlebt haben.

Genau weiß man es nie, als Leiter, doch man hofft, auf kleine Entwicklungen, in mir, bei den Teilnehmern und irgendwann in der Welt.

Martin Oßberger 15.5.2018